Ratgeber
Asiatische Hornisse — erkennen und richtig melden
Ein auffällig dunkles Insekt, größer als eine Wespe, mit einem hohen Nest irgendwo im Baum — und die Unsicherheit, ob es sich um die heimische oder um die Asiatische Hornisse handelt. Diese Seite ordnet ein, was aktuell gilt.
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Häufig gebraucht
Zwei Arten, die man nicht verwechseln sollte
Die Europäische Hornisse (Vespa crabro) ist heimisch, besonders geschützt und trotz ihrer Größe deutlich friedfertiger als ihr Ruf. Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) ist eine eingewanderte, dunkler gefärbte Art mit auffällig gelben Fußspitzen, die sich in Teilen Deutschlands ausbreitet. Beide sehen für Laien ähnlich bedrohlich aus — die rechtliche und ökologische Einordnung ist aber unterschiedlich. Im Zweifel ist die sichere Artbestimmung ein Fall für uns, nicht fürs Bauchgefühl.
Was aktuell gilt — und was nicht mehr
Die Asiatische Hornisse gilt seit 2016 als invasive Art von unionsweiter Bedeutung nach EU-Verordnung. Wichtig für 2026: Seit die Art Anfang 2025 vom Bundesumweltministerium als „weit verbreitet" eingestuft wurde, ist die frühere allgemeine behördliche Melde- und Beseitigungspflicht entfallen. Maßnahmen erfolgen seither nach Einzelfallprüfung durch die zuständige Naturschutz- bzw. Umweltbehörde.
Das heißt nicht, dass eine Sichtung egal ist: Eine freiwillige Meldung über die Meldeplattformen der Länder oder des NABU wird weiterhin dringend empfohlen — vor allem bei Nestern in der Nähe von Kita, Schule oder Allergikern. Wer uns anruft, dem sagen wir am Telefon ehrlich, ob im konkreten Fall eine Meldung sinnvoll ist und wie das Vorgehen aussieht.

Woran Sie einen Verdacht ernst nehmen sollten
- Nest deutlich höher als bei der heimischen Hornisse, oft hoch im Baum, seltener am Haus.
- Auffallend dunkle Tiere mit hellen Fußspitzen im Flugbild.
- Ungewöhnlich reger Flugverkehr an einer festen Stelle im Garten oder an der Hausfassade.
Verlassen Sie sich hier nicht auf ein Foto aus der Ferne — rufen Sie an, wir bestimmen die Art vor Ort.
Was Sie jetzt tun sollten
- Abstand halten, das Nest nicht stören und nicht selbst besprühen.
- Kinder und Haustiere fernhalten.
- Bei einer Sichtung: gern zusätzlich über eine Meldeplattform der Länder oder des NABU melden — das hilft der Verbreitungsforschung, ersetzt aber nicht den fachlichen Umgang vor Ort.
- Bei Anzeichen einer allergischen Reaktion sofort Notruf 112.
Wie wir vorgehen
Zuerst die Artbestimmung — der wichtigste Schritt, weil davon das weitere Vorgehen abhängt. Bei der Europäischen Hornisse gilt das strenge Umsiedlungsregime mit Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde. Bei bestätigter Asiatischer Hornisse klären wir mit Ihnen, ob und wie eine Maßnahme im Einzelfall sinnvoll ist, und begleiten die Meldung an die zuständige Stelle, wenn das im konkreten Fall angezeigt ist. Details zum regulären Hornissenverfahren finden Sie unter Hornissennest umsiedeln.
Was es kostet
Feste Einsatzpauschale ab 69 € mit enthaltener Anfahrt, plus Material und Aufwand — Gesamtpreis verbindlich vor Arbeitsbeginn. Der Aufwand hängt stark von der Lage des Nests ab: bodennah im Garten ist etwas anderes als hoch im Baum mit Hubsteiger. Details unter Einsatzpauschale ab 69 €.
Häufige Fragen
Muss ich die Asiatische Hornisse melden?
Eine allgemeine Pflicht besteht seit 2025 nicht mehr. Eine freiwillige Meldung über die Meldeplattformen ist trotzdem sinnvoll und wird empfohlen, besonders bei Nestern in sensibler Lage.
Ist ein Stich gefährlicher als bei der heimischen Hornisse?
Für die heimische Hornisse gilt: Der Stich ist nicht giftiger als ein Wespenstich, gefährlich vor allem für Allergiker. Bei Verdacht auf eine allergische Reaktion zählt in jedem Fall der Notruf 112, unabhängig von der Art.
Wer bestimmt die Art sicher?
Wir vor Ort. Ein Foto aus der Ferne oder eine Beschreibung reicht für eine verlässliche Bestimmung meist nicht aus.